Fotos und Berichte 2015


Stresspunktmassage - Theorie- und Praxiskurs

Bericht von Sabine Kammerer


Stresspunktmassage am Pferd - 23.08.2015

 

Am 23.08.2015 fanden sich interessierte TeilnehmerInnen in Seon ein, um am Stresspunktmassage Seminar mit den Damen Nathalie Friberg und Petra Brumann teilzunehmen.

 

Was genau hat es mit der  Stresspunkt-massage auf sich und wofür ist diese geeignet? Pferde aus sämtlichen Disziplinen und Einsatzbereichen erleiden mehr oder weniger oft Muskelverspannungen, die nicht nur schmerzhaft sind, sondern auch die Verletzungsanfälligkeit erhöhen und zu schwerwiegenden Problemen führen können. Ziel der Behandlung ist es, dem Pferd die natürlich gegebene Bewegungsqualität zu erhalten, oder sogar zurückzugeben, Schmerzen zu verhindern oder auch zu beseitigen. Jede Pferdebewegung führt an definierten Stellen zu hohen Belastungen. Diese definierten Positionen befinden sich in der Regel an den Ursprungs- und Ansatzpunkten der Muskeln, also den Übergängen zwischen Muskulatur und Sehnen. Mit sanftem, oder angepasstem Druck werden diese sogenannten Stresspunkte animiert, um so den Muskel oder ganze Muskelgruppen zu entspannen. Diese Entspannung führt dazu, das die einzelnen Muskeln oder -gruppen ihre Funktion im üblichen Sinne wieder aufnehmen können und damit zur Gesunderhaltung des Pferdes innerhalb seiner Bewegung beitragen.

 

Da sassen wir nun und lauschten den Ausführungen der beiden Damen, die uns in erster Linie in einem Theorieblock die einzelnen Muskelgruppen der Pferde erläuterten. Es sind zwei verschiedene paar Schuhe die isolierten Muskeln auf einem Blatt Papier zu sehen, und diese dann am Pferd selber zu lokalisieren. Mit farbigen Haftpunkten und Kreide ausgerüstet, versuchten wir dann in 2-er oder 3-er Gruppen die

jeweiligen Ansatz und Ursprünge der Muskeln zu ertasten und wenn diese gefunden waren, klebten wir die farbigen Haftpunkte auf. Nathalie und Petra korrigierten unsere jeweiligen "Suchen-bis-gefunden" Ergebnisse und wir staunten nicht schlecht, dass wir uns in einigen Positionen total verhauen haben. Doch gut - wir liessen uns nicht entmutigen und übten fleissig weiter und so sahen die Pferde nach einiger Zeit aus wie Weihnachtsbäume und wir waren wieder einen tollen Schritt weiter. Diese farbigen Punkte wurden jetzt mit Druck mobilisiert, immer so, dass es dem Pferd noch wohl war, sozusagen "einschleichend ins Gewebe". Einige der Pferde liessen schon beim ersten Mal eine deutliche Entspannung erkennen und gähnten auch in diese hinein. Bei einigen anderen 4-Hufern war nur ein sanfter Druck schon zu viel.

 

Doch das Motto hiess dranbleiben - natürlich immer unter Beobachten des Pferdes - denn zu viel Druck kann das Gegenteilige bewirken und so zu noch mehr Verspannung führen. So war nach einem lebendigen und spannenden Unterrichtstag eines sicher: Das ist eine ganz tolle Sache und wird sehr gerne weiter vertieft. Die richtige Anwendung ist nebst dem gesunden Reiten des Pferdes auf jeden Fall etwas für den  Hausgebrauch" und für die weiterführende Gesundheit.

 

Sabine

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