Fotos und Berichte 2015


Lehrgang Langzügel mit Saskia Gunzer

Bericht von Sabrina Richter


Langzügel / Handarbeit / Dressur mit Saskia Gunzer - 7. und 8.11.2015

 

„Mein lieber Herr Gesangsverein“- das ist so richtig Norddeutsch. Aber ich habe das Gefühl, dass sich die zwei Tage mit Saskia nicht nur für mich ein wenig nach zu Hause anfühlen. Mit viel Engagement setzt Saskia bei jedem

Teilnehmer an, wo es nötig ist. Ich meldete mich zur Langzügelarbeit an, doch in der ersten Lektion beginnen wir mit der Handarbeit. Sie ist genau und fordert, aber wie mit den Pferden ist sie fair und macht den  Teilnehmern des Kurses in kleinen Schritten verständlich, wie ihre Idee von der Arbeit mit Pferden aussieht. Besonders schön finde ich ihre herzliche Aura, sowohl Mensch als auch Tier gegenüber. Die kleine Stute wird zur „Prinzessin“, der P.R.E. Hengst zum „Filou“, der kleine, grosse Isländer sieht wirklich ein bisschen wie „Alf“ aus und zaubert nicht nur bei seiner Besitzerin ein Lächeln ins Gesicht. Doch bei all der Herzlichkeit bleibt Saskia konzentriert und ist ganz bei demjenigen der an der Arbeit mit seinem Pferd ist.


Auftritt in der Halle:

Saskia bekommt auch alles mit. Jede Frage vom Pferd an seinen Menschen und jeden Schritt in welche Richtung auch immer. Sie ist immer aufmerksam. Emotionslose Konsequenz und sofort wieder weich und freundlich werden ist für sie eine Leichtigkeit und in Fleisch und Blut übergegangene Umgangsform. Das Loben kommt nicht zu kurz und besonders durch Pausen kann sich Pferd und Mensch kurz erholen. Schon vor der Lektion braucht es Konzentration!


Arbeit an der Hand:

Die Handhaltung muss geübt sein und ein Handwechsel ändert alles. Die Kugel rollt nach hinten: erstaunlich, wie gut man vom Boden aus den Schwerpunkt des Pferdes erkennen kann. Anhalten und die Kugel auf die Hinterhand kippen lassen. Der hintere Arm wird irgendwann lahm und plötzlich steht man zu weit hinten. Saskia tröstet: „Aller Anfang ist schwer, aber am Ende ist dann die Piaffe ein schönes Abfallprodukt“ Das zeigt uns dann gleich der schöne „Filou“ an der Hand.


Arbeit am langen Zügel:

Hinter dem Pferd zu stehen ist am Anfang etwas ungewohnt, aber sehr schnell fühle ich mich wohl. Es braucht etwas Vertrauen und die wenigen Hilfen, die zur Verfügung stehen, müssen sehr präzise und mit ganz viel Konsequenz gebraucht werden. „Lass ihn nicht auf den Kopf kommen.“, „Kontrolliere den Schritt im Schneckentempo.“, „Du musst dich parieren.“ Der verflixte äussere Zügel… und am Ende fehlt meistens der Motor. Von hinten nach vorne anhalten. Von hinten nach vorne antraben - alles von hinten nach vorne. Ich bin konzentriert und meine ganze Aufmerksamkeit liegt bei meinen Händen und der Balance vom Pferd. Besonders die Seitengänge sind am Anfang schwer. Es braucht viel Gefühl, jedes der vier Beine mit feinen Paraden zu steuern.


Am Ende des Kurses verspreche ich Saskia fleissig zu üben, ohne mich zu verbeissen. Ich freue mich sehr, dass Saskia auch im nächsten Vereinsjahr wieder nach Seon kommt und uns wieder viel Input in Bezug auf pferdegerechte Ausbildung am Langen Zügel mitbringt.


Das Wochenende war wunderbar, auch die Lachmuskeln kamen nicht zu kurz.

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