Fotos und Berichte 2015


Die pferdegerechte Ausbildung des Freizeitpferdes


Praxismodul 2: Resensibilisierung / Desensibilisierung

Leitung: Zoe Sanigar Zollinger


Praxismodul 7: Abschluss und Integration des Gelernten: Spass-Parcour am Boden und geritten

Bericht von Regina Hartmann, Dezember 2015

Die pferdegerechte Grundausbildung des Freizeitpferdes am Boden und im Sattel

 

Die Weiterbildung „intelligente und pferdegerechte Grundausbildung des Freizeitpferdes“ baute sich verteilt auf das Jahr 2015 aus 3 sehr interessanten Theorieteilen und 7 lehrreichen und auch lustige Praxisteilen mit dem Pferd auf. Es gab die Möglichkeit den ganzen Kurs

oder aber auch nur einzelne Module zu besuchen.

 

1. Theorieabend

Am 16.01.2015 traf sich eine kleine Gruppe im schönen Reit-

und Kurszentrum in Seon zum ersten von drei Theorieblöcken. Wir lernten verschiedene Begrifflichkeiten wie zum Beispiel die genaue Definition des „Freizeitreiters“, „pferdegerecht“ und weiteres. Diese Aufklärung hat uns sprichwörtlich die Augen geöffnet und uns einen ganz anderen Blickwinkel des Reitens verschafft. Sehr faszinierend für alle war die Beschreibung des „Freizeitreiters“. Der Freizeitreiter ist nicht nur einfach eine Person, die aufs Pferd steigt und losreitet. Zitat: ein Freizeitreiter ist

der Mensch, der sich mit Pferden um der Pferde willen beschäftigt, der um der Pferde Wohl und um des Reitens willen reitet und der somit ernsthaft, sich der grossen Aufgabe voll bewusst, die ganze Verantwortung für seine Pferde selber übernommen hat… (sollte wohl auch von einem Sportreiter übernommen werden!!! meiner Meinung nach.)

 

1. Praxistag (Bodenarbeit)

Am Samstag, 17.01.2015 hat sich wieder eine kleine Gruppe im Reit- und Kurszentrum in Seon für den ersten Praxisteil mit ihren Pferden eingetroffen. In diesem Block ging es vor allem um das Spielen auf Distanz.

Wir konnten direkt mit den Pferden zusammen die Spielregeln bezüglich der Höflichkeit und des Respektes üben. Die Individualdistanz der führenden Person muss dem Pferd klar gezeigt werden aber wir müssen ebenso die Individualdistanz des Pferdes respektieren. Das ist zum Teil gar nicht so einfach, denn jedes Pferd hat eine andere persönliche  Individualdistanz. Dem Pferd können die Hilfen durch Stimme, Berührung der Gerte oder visuell gezeigt, gelernt und gefestigt werden. Das Knifflige ist eine konsequente und freundliche Führung und dann auch im richtigen Moment zu belohnen. Beim Spielen muss der Reiter aber auch erkennen, dass das Pferd nicht überfordert oder unterfordert wird, dass es keine Angst vor zum Beispiel Gerten bekommt oder aber Respektlos wird (Körpersprache).

 

2. Praxistag (Bodenarbeit)

Spiel auf Tuchfühlung… Das Ziel des 2. Praxistages war die Entspannung und Losgelöstheit im Pferd zu erreichen. Durch Üben der Lektionen hilft das Pferd die Hilfengebung immer besser kennen und kann entspannt die

Übungen ausführen. Durch richtiges Loben (Stimme und auch Leckerlis) wartet das Pferd auf die Hilfen und erfüllt die Lektionen motiviert und arbeitet interessiert mit. Wir konnten die Rangordnung klären und dem Pferd feine Hilfengebungen nach dem Phasen-Impulsprinzip  geben/erlernen. Jede noch so kleine Entspannung und Gehorsam wird belohnt. Um diese verschiedenen Hilfengebungen zu üben, konnten

alle einen kleinen Stangenparcours mehrmals durchlaufen. Die Reaktionen der Pferde war sehr interessant zu beobachten und wie sie immer feiner auf die Hilfen reagierten. Aber auch wir mussten ordentlich unseren Grips anstrengen, und allen rauchte am Schluss der Kopf.

 

3. Praxistag

Am Samstag, 11.04.2015 ging es um die Gymnastik an der Longe und an der Hand. Zoe zeigte uns verschiedene Übungen an der Hand, die später auch beim Reiten eine wertvolle Grundlage geben. Am Kappzaum oder auch am Knotenhalfter können verschiedenen Lektionen geübt werden

um ein flexibles Pferd zu erhalten. Vom Boden aus ist schon verschiedenes möglich wie zum Beispiel Stellung geben, Schulter stabilisieren, Hinterhand aktivieren, an der Longe vorwärts abwärts laufen lassen. Auch am Gebiss können bereits wertvolle Vorübungen gemacht werden: Abkaufen lassen, Schaukelpferd, dehnen am Gebiss, Stellung geben und weiteres. Interessant aber auch schwierig ist das Longieren im 4-Eck…

 

2. Theorieabend

Es traf sich wieder eine kleine Gruppe in Seon für den 2. Theorieteil. Als erstes repetieren wir kurz die Themen aus dem ersten Abend. Wir erhielten von unseren tollen Kursführerin Zoe eine Einführung in die Biomechanik unserer geliebten Vierbeiner. Ziel des heutigen Abends ist, dass sich jeder einen eigenen Ausbildungsplan für sich und sein

eigenes Pferd erstellen kann. Wichtig darunter ist auch, zu wissen, wie die

verschiedenen Ausrüstungen auf das Pferd einwirken.  

 

4. Praxistag (Reiten)

Am Samstag, 06.06.2015 durften wir uns in den Sattel schwingen. Wir haben gelernt die verschiedenen Übungen in den Sattel zu transferieren. Vorerst wurde aber nochmals die Theorie repetiert. Das Ziel ist, trotz fast unerträglicher Hitze, ein gelassenes, entspanntes Pferd zu bekommen. (Die Hitze kam uns aber schon fast recht, die Pferde waren viel zu faul um sich hysterisch aufzuführen, oder wie die Deppen durch die Halle zu düsen.) Die Übungen konnten wir dann vom Pferd aus üben… vorwärts, abwärts reiten, Zügelhilfen, Steuerung. Mittelhandwendungen im Schritt und im Trab, was gar nicht so einfach ist… Die Kunst ist, das Pferd mit sanften, klaren und präzisen Hilfen zu reiten.

 

5. Praxistag (Reiten)

Antischreckparcours, für manche der pure Wahnsinn für andere der super Traumspielplatz! Zoe hat sich ins Zeug gelegt und für uns und die Pferde einen super Parcours aufgebaut. Alle durften die tollen Posten mit den Pferden angehen und Zoe hat über uns gehütet und wertvolle Tipps gegeben. Selbst das ängstlichste Pferd, das sich partout weigerte über die „schreckliche“ blaue Blache zu laufen, konnte am Schluss all seinen Mut fassen und mit der Besitzerin über die Blache laufen und sogar

stehen bleiben. Bravo!! Der Tag hat uns allen geholfen, das Vertrauen von Reiter zu Pferd und Pferd zu Reiter zu stärken und den Mut zu geben, weiter an solchen Übungen zu arbeiten um das Vertrauen immer weiter zu

stärken und auszubauen.

 

6. Praxistag (Reiten)

Zuerst durften wir auf unseren „Boby“, das halbe Holzpferd. Zoe zeigte uns, wie Mann und Frau richtig auf dem Pferd zu sitzen hat. Das war für alle ein sehr interessantes und fast „weltbewegendes“ Gefühl. Auf „Boby“ zu „reiten“ ist durch den fehlenden Schwung des Pferdes um einiges schwieriger und sehr ungewohnt. Da waren wir dann alle froh, auf unsere richtigen Pferde aufzuspringen und durch die Halle zu düsen, natürlich so, wie wir es in den letzten Kursen gelernt haben: Losgelassen, sanfte, klare und präzise Hilfen, fein in der Hand um dem Pferd im Maul keine Schmerzen zuzufügen.

 

7. Praxistag (Reiten)

Spass-Parcours: Juhui!!! Zoe hat sich wieder einiges einfallen lassen um Pferd und Reiter auf Trab zu halten. Alle durften sich frei an den verschiedenen Posten austoben. Zoe hat ihre Hilfe super bei allen angeboten und konnte in schwierigen Situationen fachkompetente

Hilfe leisten. Schlussendlich konnten alle Pferde alle Posten locker und

gelassen absolvieren vom Boden aus oder auch geritten. Hier konnten wir alle gelernten Elemente der vorgehenden Kurse richtig, sinnvoll und verständlich einsetzten.

 

3. Theorietag

Hier wird nochmals das Köpfchen gefordert. Im ersten Teil lernten wir einiges über die Ethologie, Problemverhalten und nach einer kleinen Pause erfolgte der schöne aber auch traurige Abschluss. Der Kurs ging leider viel zu schnell vorbei. Durch die angenehme Teilnehmeranzahl fühlten wir uns wie in einer kleinen Familie. Die schöne Zeit „feierten“ wir mit einem feinen Apéro. Verschiedene lustige Ereignisse wurden ausgetauscht. Zwischendurch verteilte Zoe die wohlverdienten Zertifikate an diejenigen, die den gesamten Kurs absolviert haben. Es war ein toller Kurs, der leider viel zu schnell vorbei war. Es war Super! Danke Zoe für dein Engagement uns diese kleinen aber doch sehr wichtigen Elemente im Umgang um mit dem Pferd näher zu bringen.

 

Regina

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