Fotos und Berichte 2014


Workshop "Frühlingsgymnastik"

Bericht von Sabrina Richter, März 2014


Teil 1 von 4:   Schwung - Takt - Losgelöstheit

 

An einem Tag im März bei schönstem Frühlingswetter startete der erste Gymnastik-Workshop des Vereins Pferd im Mittelpunkt im Reit- und Kurszentrum Sattelfest in Seon. Zum Thema "Frühlingsgymnastik: Takt, Schwung, Losgelöstheit, Übergänge" treffen sich 6 Teilnehmer.

 

Wir beginnen mit dem Takt, denn ohne Takt kein Schwung und ohne Schwung keine Losgelöstheit. Nach einer kurzen theoretischen Einführung durch die Ausbildungsskala beginnen wir mit der Einschätzung der Tagesform. Schritt im Takt oder mit Unter- oder Überspannung? Läuft das Pferd in einer positiven Körperspannung oder gibt es negative (Ver)Spannungen?

 

Gespannt sind wir alle. Aber wir atmen weiter und lösen uns mit wunderbaren Ideen und individueller Betreuung von allen Ängsten, auch vor dem durchaus passenden frühlingshaften Entengeschnatter in einer Ecke der Reithalle welches die Pferde ziemlich irritierte.

 

Liebe Zoe, mit Bildern, die begeistern schaffst du es immer wieder mich zu motivieren. Meine Bilder helfen mir meine Haltung zu bewahren und du schaffst immer wieder Neue: positive Spannung bis hin zu Kadenz - das Pferd wird zum Tänzer.

 

Manchmal muss man das Programm ändern und einen Gang zurück schalten und manchmal verpasst man auch den passenden Zeitpunkt zum Aufhören. Manchmal vergessen wir uns über Erfolge zu freuen und unser Pferd zu loben. Du siehst Reiter und Pferd und bringst uns mit Zeit für Individualität zusammen.

 

In entspannter Atmosphäre kommt der westernorientierte und/oder klassisch orientierte Freizeitreiter bis hin zum Distanzreiter und auch Quarter-Horse, Freiberger, Criollo und Vollblutaraber zusammen. So unterschiedlich wir sind, sind wir uns in einem einig: das Pferd im Mittelpunkt und genau so individuell wir. Zum Dank für die Gymnastik hören wir von allen tierischen Teilnehmer freudiges Abschnauben und lassen uns ebenfalls mit Freude die "Zügel aus der Hand kauen", ein Zeichen der Losgelöstheit.

 

Ein gelungener Auftakt des vierteiligen Workshops! Danke Zoe.

 

Sabrina

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Bericht von Sabrina Richter, April 2014


Teil 2 von 4:   Kreatives Stangentraining

 

Zum zweiten Teil des Reitworkshops "Frühlingsgymnastik" werden wir im Reit- und Kurszentrum Sattelfest in Seon von vielen am Boden liegenden und zu einem Parcours aufgebauten Stangen begrüsst und natürlich von einer gut gelaunten Zoe.

 

Wir beginnen pünktlich mit Teil 2/4: "Kreatives Training und Gymnastik mit Stangen". Heute beschäftigen wir uns nicht nur mit der Stangenarbeit, sondern auch mit Lerntheorien. Mir gefällt, das Zoe es immer wieder schafft, ein Thema ganzheitlich zu betrachten und zu vermitteln. Uns kommt zugute, dass Zoe auch Dipl. Pferdeverhaltenstherapeutin ist.

 

Zu Beginn stehen wir in unserer vordefinierten "Pausenecke" - die bekannte Entenecke. Einige der tierischen Teilnehmer demonstrieren uns den Unterschied zwischen Urtyp Südpferd mit unmittelbarem Fluchtversuch nach Auslösung des Fluchtreflexes und erstmals "erstarrendem" Wald-Nordpferdtyp. Bereits nach kurzer Zeit haben die Pferde aber gelernt, dass in der "gefährlichen" Entenecke Pause gemacht werden darf und auf dem Weg zur Umkonditionierung werden die Entengeräusche immer weniger bedrohlich erlebt. Auch an den Stangen wird schnell klar: der Quarter hat das Taxieren in die Wiege gelegt bekommen, der Freiberger im Gegenzug braucht an den Stangen viel mehr Unterstützung seines Reiters bei der Berechnung der Abstände. Auch haben die Pferde eine ganz unterschiedliche Reiztoleranz (manchen macht es mehr und manchen kaum etwas aus, wenn sie die Stangen touchieren). Es ist toll, dass an diesem Kurs so verschiedene Individuen teilnehmen, die Zoe's Beschreibungen fast parodieren.

 

Bei gleichen Problemstellungen können unterschiedliche Lösungsansätze von Nöten sein. Flexibilität und intelligentes Reiten können helfen, ein sinnvolles aufeinander aufbauendes Training zu planen, Überforderung zu vermeiden und den Pferden zu Sicherheit und Erfolgserlebnissen zu verhelfen.

 

Für mich war besonders die Bodenarbeit am Anfang sehr spannend. Auf Schnalzen das aktive Untertreten und Aktivieren der Hinterhand zu konditionieren ist eine super Idee. Dabei lernt das Pferd, seine Hinterhand auf das Stimmkommando Schnalzen auch im Sattel weiter zu heben und unter seinen Körper zu bringen. Unsere Hausaufgabe ist es, diese Übung weiter zu festigen für die beiden weiteren Kursteile "Seitengänge" und "Hinterhandaktivierung".

 

Die Enten schnattern auch heute wieder fröhlich und am Ende des Kurses steht das "Wüstenpferd" zufrieden, entspannt schmatzend und ohne Fluchtgedanken im Sand. Haflinger, Quarter und Co sehen auch glücklich aus und wir beenden den Kurs zu meiner Freude mit abschliessender Bodenarbeit an spannenden Stangenhindernissen.

 

Der Frühling geht weiter und wir freuen uns auf den nächsten Kursteil der Frühlingsgymnastik am 4. Mai.

 

Sabrina

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Bericht von Julia Kaufmann, Mai 2014


Teil 4 von 4:   Seitengänge

Am Sonntag, 4. Mai 2014 traf sich eine motivierte "Pferd-Reiter-Schar" in Seon zum 3. Teil des Workshops "Frühlingsgymnastik". Schenkelweichen und Seitengänge waren das Thema.

 

Wir starteten mit einem Theorieteil in dem Zoe von uns wissen wollte, was für Seitengänge wir denn kennen. Alles Mögliche wurde innert Kürze aufgezählt: Schenkelweichen, Schulterherein, Schultervor, Konterschulterherein, Kruppeherein (Travers), Kruppeheraus (Renvers), Traversale ...

 

Alles schön und gut, aber wie sehen die einzelnen Übungen überhaupt aus und wie ist die korrekte Hilfengebung dafür? Ja, das war dann nicht mehr so schnell beantwortet und das Durcheinander schien perfekt zu sein. Verzweifeln mussten wir jedoch nicht, wir hatten ja Zoe. Sie brachte Ordnung ins "Seitengang-Wirrwarr". Zoe erklärte uns anschaulich, wie das präzise Zusammenspiel der verschiedenen Hilfen geritten wird.

 

Bei neuen und schwierigen Lektionen muss sich der Reiter mit seiner Leistungsanforderung an den psychischen und physischen Möglichkeiten des Pferdes orientieren. Eine Überforderung des Pferdes kann das Vertrauensverhältnis nachhaltig beeinflussen. Jede positive Reaktion im Training sollte mit viel Lob bedacht werden. Umso freudiger wird das Pferd in Zukunft mitarbeiten.

 

Mit all diesen Informationen ging es nun ab auf die Pferde. Nach einer Aufwärm- und Lösungsphase im Schritt und Trab arbeiteten wir vorwiegend am Schenkelweichen und am Schulterherein. Zoe führte uns durch kreative Übungen und verstand es wunderbar, jedes Pferd-Reiter-Paar individuell zu fördern. Es war eindrücklich zu spüren, mit welcher Leichtigkeit sich die Pferde bewegen, wenn der Reiter ausbalanciert und entspannt sitzt und die Atmung tief gehen kann.

 

Trotz des komplexen Themas, welches wohl mehrere Kurstage füllen würde, war die Atmosphäre entspannt und locker. Auch die Pferde hatten super mitgemacht.

 

Ein grosser Dank geht an Zoe. Ihre liebenswürdige, sympathische Art lässt jeden Kurstag zu einem freudigen Erlebnis für Pferd und Reiter werden.

 

Julia

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